Heute steht uns DJane Miss Stevy Rede und Antwort. Ja ihr lest richtig, mal wieder ein weibliches Wesen in den “5 + 1 Fragen”. Miss Stevy ist Resident DJane bei HouseTime.FM und TranceBase.FM und lebt für die Musik. Wem die Antworten auf die Fragen nicht reichen und mehr über sie wissen will, besucht ihre Homepage oder ihr Housetime.fm Profil. Die Fragen sind sehr ausführlich beantwortet, trotzdem insgesamt sehr informativ. Viel Spaß beim Lesen!
Bitte stell dich kurz vor.
Huhu Zusammen, mit bürgerlichem Namen “Stefanie Brucks” bin ich als “Miss Stevy” Resident DJane bei HouseTime.FM und TranceBase.FM – Tochterprojekten von TechnoBase.FM – der We aRe oNe-Familie ehrenamtlich tätig. Mein Style bewegt sich von kommerziellem “Handtaschen-House” und Elektro über balearisches Feeling bis hin zu minimalisch-progressiven Klängen und Trance in all seinen Facetten. Gern fetzig und treibend, melodisch, vocal-lastig, melancholisch, verträumt oder auch sehr minimal.
Wie bist du zur Musik gekommen und seit wann legst du als DJ auf?
Wie bei wohl den meisten musikbegeisterten Menschen gehört die kindliche Prägung oftmals zur Entwicklung des Interesses an Musik und künstlerischer Orientierung dazu. Für meine Eltern gehörte Musik schon immer zum Alltag, das tägliche Herunterdudeln irgendwelcher Tapes und Schallplatten aus den häuslichen Musikboxen war elementar. Die Musikstücke, breit gefächert, von Depeche Mode über die Beatles, Falco, Pat Benatar, Bonnie Bianco, Peter Maffay und Viele mehr. Damals hatten meine Eltern mit Bekannten und Freunden eine Hobbie-Band gegründet und schleppten mich wohl des Öfteren mit zu ihren Proben. Schlagzeug, Gitarre, Keyboard und Mikrofon durfte Steffi natürlich ausprobieren, was allerdings garantiert eher in Krach ausartete. Mein erstes “Alle meine Entchen” dröhnte also schon sehr früh durch den Verstärker *lach* Die Band wurde allerdings irgendwann aufgelöst und mein kindliches Interesse an Musikinstrumenten war verflogen. Somit lernte ich nie wirklich ein Instrument spielen, ein paar Akkorde an Keyboard und Gitarre krieg ich hin, aber das war´s dann auch. Bis auf der schulische Musikunterricht, nichts Weltbewegendes.
Jahrelang war Musik für mich zwar elementar, nicht wegzudenken und eine Liebe und Leidenschaft, aber ich war eben doch nur der Endverbraucher und Konsument. Zu dieser Zeit war bereits eine große Welle an elektronischer Musik zu mir übergeschwappt. So trugen Scooter, Blümchen, U96, Culture Beat und Wighfield und etliche mehr Schuld daran, dass ich mit den späteren Anfängen meiner Zeit als Discothekengängerin zu DJ Bart, Starsplash und Rocco nächtelang abtanzte. Dies blieb so, bis ich zu meinem heutigen Ehrenamt kam. Bei einer Party im Frühling 2006 lernte ich den Inhaber von TechnoBase.FM kennen. Mit Liebe zu ihm entflammte auch mein Interesse an aktiver Mitarbeit hinter den Kulissen seines Projektes, was zu dem Zeitpunkt noch – im Gegensatz zu heute – in seinen Kinderschuhen steckte. Hier involvierte ich mich in die Abteilung der Promotion und PR, Teamarbeit, entwickelte Ideen, Konzepte und kümmerte mich doch so einige Tage und Nächte um alles, was TechnoBase.FM ausmacht. In dieser Position war ich knapp 1,5 Jahre, sehr nah am Geschehen als Freundin des Inhabers von TechnoBase.FM. Er als DJ demonstrierte mir sein Geschick im Umgang mit Technik und Vinyl. Durch ihn war Musik für mich nicht mehr nur Gefühl zum Hören und Erleben, sondern greifbar, zum Anfassen, regulier- und kontrollierbar – ein Handwerk, eine Vinyl eben!!!
Zwar war ich neugierig und fasziniert davon, ich selbst jedoch konzentrierte mich auf meine wesentlichen Aufgaben und versuchte das Mixen in all der Zeit sehr selten – an 5 Fingern abzählbar. Mit der Trennung von meinem damaligen Freund folgte auch die Trennung von Ehrenamt und Hobbie. Mit der neu gewonnenen Zeit wollte ich an der Musik festhalten, die Faszination blieb … näher an einem geliebten Musikstück als der DJ ist nur der Produzent. So kam der Wunsch auf, selbst auflegen zu lernen. Ende 2007 erfüllte ich mir den Wunsch nach nötigem Equipment und ersten Schallplatten. Einige grundlegende Dinge wusste ich ja und den Rest habe ich einfach ausprobiert. Von altem Trance wanderte ich zum kommerziellen House über und investierte in weitere Vinyls. Wie der Zufall so wollte, landete ich kurze Zeit später doch wieder bei TechnoBase.FM, oder besser gesagt, bei dem ersten Tochterprojekt in Aufsplittung des Musikstyles House, bei HouseTime.FM. Ich wurde ins kalte Wasser geschubbst,”Lernen tust es nur vor Publikum!”
Wenn ich heute meine Mitschnitte von vor einem Jahr höre, muss ich wirklich lachen, dass mich die Radioleitung damals im Ernst auf den Stream geschickt hat.Mittlerweile bin ich also seit einem Jahr DJane, seit kurzem auch öffentlich aktiv auf TranceBase.FM und habe mindestens 4 feste Sendestunden in der Woche. Nebenbei versuche ich natürlich weiterhin Fuß in der “realen” Welt zu fassen und baue Kontakte auf bzw. aus, um auch in Zukunft vor aktivem Publikum in Discotheken mit Vinyl und Style zu begeistern.
Durch deine Auftritte warst du schon in vielen Locations. Welche Location / welcher Club imponiert dir besonders?
Neben den Bookings, die ich bereits erleben durfte und privaten Discothekenbesuchen habe ich natürlich auch durch unsere Partys unserer Internetradios so einige Locations gesehen. Der GIGA-Parc Dülmen, das PM in Moers und auch das 360 Grad in Bochum sind sehr geniale Discotheken. Ich selbst bevorzuge aber eher Clubatmosphäre statt einen großen Mainfloor. Daher fühle ich mich auf kleinen Floors, die gemütlich und kuschelig eingerichtet sind, wohler. Generell mag ich vor allem edles Ambiente und Wiedererkennungswerte in Stil und Ausstattung eines Clubs. Erst kürzlich wurde das Grab meiner Jugend, das ehemalige Empire Plaza Wesel in neuer Hand genialst renoviert und ausgestattet. Hier würde ich mich als Resident-DJane der House-Area pudelwohl fühlen. Die Grundsteine für eine Zusammenarbeit sind gelegt, jedoch bleibt abzuwarten, ob sich ein positiver Werdegang für das „RAJ“ entwickelt, dann werde ich dort hoffentlich meinen festen Platz hinter der Technik finden. Mit einer Tanzfläche aus unterleuchtetem Milchglas, handgenähten, weißen Couchgarnituren und indirekter Beleuchtung durch bunte Plexiglasscheiben an den Thekenfronten hat diese Area ein traumhaftes Flair. Mithalten kann da wohl nur “In einer warmen Sommernacht barfuß am Strand auflegen und dem Sonnenaufgang entgegen mixen”.
Was sind derzeit deine absoluten Lieblingstracks?
Meistens bringt man mit bestimmten Musikstücken Erinnerungen, Erlebnisse und Vergangenes in Verbindung. Neben meinem Alltime-Favourite Silence von Delerium, ein “Running-Gag” in beinahe schon jedem meiner Sets liebevoll verbastelt, setzt bei mir der Herzschlag aus bei Sunlounger´s White Sand und A Balearic Dinner. RMB´s Deep Down Below, Tiesto´s Nyana und Just Be, ATB´s Hold You and Let U Go gehören ebenfalls in diese Kategorie. Meine derzeitigen Lieblingsstücke kann ich nicht unbedingt festmachen, da die Entwicklung neuer Musikstücke rasend schnell und beinahe unüberschaubar ist. In ihrem Stil sehr kraftvolle Tracks sind Phynn “Starfire At Night”, Ole van Dank “Shining Star”, Moonbeam “Cocoon”, Get Far “Shining Star”, Paul & Luke “Feel Me”, Deadmau5 “The Reward Is Chees” und Paul Kalkrenner “Sky and Sand” sowie “Aaron”.
Was für Musik hörst du, wenn du gerade mal nicht auflegst?
Wie schon gesagt, ist mein Musikgeschmack doch recht breit gefächert. Wenn ich also nicht gerad nebenher neue Promos durchhöre, um den Überblick zu behalten, landen bei mir auch schon mal die Ärzte, Rosenstolz, Depeche Mode oder Xavier Naidoo im Player. Zwischendrin wird auch hin und wieder das Radio eingeschaltet, hier wird man ja vor allem mit Pop, Dance und Hip Hop berieselt.
Hast du in Zukunft irgendwelche Projekte geplant?
Durch ein Booking stieß ich auf Christoph dos Anjos Carvalho oder auch “Chris De Car”, dieser eher technoid und progressiv in seinem Style. Da ich mich nach meinen blutigen Anfängen als DJane vom kommerziellen House und typischem “Guetta & Klaas-Style” weiterentwickelt habe, wurde aus einer fixen Idee, ein DJ-Team im Bereich Minimal & Tech zu bilden, Wirklichkeit. So entstand das junge Sideprojekt “sounteCSystem”. Unser erster Gig lief sehr gut, seitdem sind wir beide jedoch zeitlich sehr eingeschränkt und schaffen es kaum, gemeinsam an den Tellern zu stehen. Ich würde mir also wünschen, dass “sounteCSystem” nicht, wie viele andere Projekte und DJs im Erdboden des übersättigten Angebotes an DJs untergeht. Produktionen oder Ähnliches sind momentan nicht geplant, mein Leben ist in vielerlei Hinsicht noch eine kleine Baustelle und ich mag es nicht, Dinge zu beginnen und nicht vollenden zu können. In jedem Fall möchte ich weiterhin auflegen, den Rhythmus mit Hingabe spüren und Melodien im Herzen tragen, mich dem Gefühl hingeben, selbst ein Instrument der Musik zu sein.
Vielen Dank für´s Lesen
Liebe BeatZ
Miss Stevy








Philipp
26. Mai 2009
21:09 Uhr
Miss Stevy ist übrigens jeden Dienstag bei Housetime.fm auf Sendung von 20 bis 22 Uhr mit ihrem HausFrauenReport.
NOiZEE
27. Mai 2009
13:26 Uhr
Und jeden Freitag ab 20 Uhr auf TranceBase.FM
Joe
27. Mai 2009
15:33 Uhr
Miss Stevy legt auf housetime immer eine echt klasse show hin =)..lohnt sich allemahl
Philipp
27. Mai 2009
18:35 Uhr
@noizee: Wusste ich
Nur ist das nicht ganz mein Genre, deswegen erwähnte ich es nicht nochmal.
@Joe: Ja die Show ist echt klasse, das hat sie gestern wieder unter Beweis gestellt!
Olbi
27. Mai 2009
20:41 Uhr
Hab die Sendung gestern zum ersten mal angehört, weil ich zu dieser Zeit, meist nicht zu Hause bin und fand die richtig gut. Besonders da Grindhouse von Radio Slave gespielt wurde^^